Im Stadtzentrum befinden sich drei Museen: ein Kunstmuseum aus dem 19. Jahrhundert und die Priesterhäuser aus dem 13. Jahrhundert, die sich beide neben der Marienkirche befinden. Gleich um die Ecke befindet sich das Robert-Schumann-Museum. Die Museen bieten verschiedene Sammlungen zur Geschichte der Stadt, sowie Kunst und eine mineralogische, paläontologische und geologische Sammlung mit vielen Exemplaren aus der Stadt und dem nahen Erzgebirge. Neben der Marienkirche befindet sich eine Reihe von Häusern, die für den Klerus gebaut wurden und bis ins Jahr 1264 zurückreichen und damit die ältesten erhaltenen Wohngebäude Sachsens sind. Nach dem Krieg fertigte diese Anlage Trabants für die DDR und es gibt eine Reihe von Modellen von den 1950er bis Anfang der 90er Jahre, alle in neuwertigem Zustand. Heute stehen Architekten, die Immobilien in den Wohnheimstädten entwerfen, die von den Siedlungshäusern bevölkert sind, die als Ergebnis der oben genannten Entwicklung entstanden sind, vor einer großen Aufgabe: neue und bessere Lösungen für das städtische Leben zu entwickeln. Für sein Projekt „Am Feldrand“, ein großes Einfamilienhaus in einem Vorort von Zwickau, hat das Atelier ST viel darüber nachgedacht, in Vororten und ländlichen Regionen zu bauen. Es entstand ein Ensemble aus drei Bänden – ein Haus, eine Garage und eine kleine Orangerie, die zwischen ihnen mehrere Hof- und Gartenräume schaffen: ein Innenhof vor dem Eingang, Obst- und Gemüsegarten und in der Mitte zwischen den drei Gebäuden ein großer Hauptgarten.

Kritik am modernen Bauen in ländlichen Regionen wurde bereits als Reaktion auf den Bauboom Ende des 19. Jahrhunderts geäußert – lange bevor in den 1920er Jahren New Architecture erklärte, dass sie einen formalen Verweis auf die Bautradition eines Ortes als weitgehend veraltet ansah. Eine Reihe von Büchern, die als „Kulturarbeiten“ von Paul Schultze-Naumburg bekannt sind, hat in dieser Hinsicht großen Einfluss auf sich. Als führender Verfechter der lokalen Kulturbewegung wurde der Autor später während des Dritten Reiches zu einem führenden Ideologen. Für ihre „Blut und Boden“-Ideologie förderten die Nazis einen Haustyp, der als Siedlungshaus bekannt ist und seit den 1910er Jahren als preiswertes Einfamilienhaus entstanden war: Ein eineinhalbgeschossiges Steingebäude auf einem kompakten Grundstück mit hohem Satteldach. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als immer mehr Menschen ihr eigenheim bauten, war dies das beliebteste Modell auf dem explodierenden Baumarkt in Westdeutschland und in geringerem Maße in Ostdeutschland. Dieser Boom zusammen mit der Mobilität, die mit dem Autobesitz einherging, führte zu einer beispiellosen Überentwicklung der ländlichen Gebiete.

Ein wichtiger Arbeitgeber ist Volkswagen, das seine Modelle Golf, Passat und Phaeton im Fahrzeugwerk Zwickau-Mosel zusammenbaut.